Cape-Reinga-Motuopao-Island

Das Cape Reinga in Neuseeland ist mit seinen wilden Küstenlandschaften, den ewig langen Strandabschnitten und der teils unberührten Natur ein faszinierender Ort im obersten Norden der Nordinsel. Für die Maori ist das Kap einer der bedeutendsten spirituellen Plätze des Landes, da der Legende nach die Verstorbenen hier zurück in ihre ursprüngliche Heimat kehren. Aber auch zahlreiche Besucher wollen den nordwestlichsten Punkt der Aupouri Peninsula in der Region Far North wenigstens einmal im Leben gesehen haben. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Cape Reinga Lighthouse am Treffpunkt des Pazifischen Ozeans mit der Tasmansee, der beeindruckende Ninety Mile Beach und der schöne Te Paki Coastal Track. Die beiden letzten größeren Orte auf dem Weg zum Cape Reinga sind Kaitaia mit dem großen Te Ahu Centre und Ahipara, dem Südende des Ninety Mile Beach. Dieser Artikel informiert über die populärsten Attraktionen, die gefragtesten Aktivitäten, die besten Übernachtungsmöglichkeiten, das Klima, die ideale Reisezeit, die An- und Weiterreise sowie den Transport vor Ort.

Inhaltsverzeichnis

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Cape Reinga Sehenswürdigkeiten

Mythologie, Bedeutung, Pohutukawa Tree & Three Kings Islands

Das Cape Reinga wird trotz seiner Abgelegenheit im obersten Norden des Lands jedes Jahr von über 120.000 Menschen besucht. Der Maori-Name für das markante Kap lautet „Te Rerenga Wairua“, was in etwa „Absprungpunkt der Geister“ heißt. Das Wort „Reinga“ steht für die „Unterwelt“. „Te Rerenga Wairua Reinga“ bedeutet also „Absprungpunkt der Geister in die Unterwelt“. Die Legende der Maori besagt nämlich, dass die Geister der Verstorbenen auf ihrem Weg ins Leben nach dem Tod zum heiligen Pohutukawa Tree am Cape Reinga reisen. Sie rutschen an dessen Wurzeln hinunter ins Wasser, um zu den Three Kings Islands zu gelangen. Dort klettern sie auf den höchsten Punkt der Great Island (295 Meter) und verabschieden sich, bevor sie zu ihrem traditionellen Heimatland Hawaiki zu ihren Vorfahren zurückzukehren.

Die 13 unbewohnten Three Kings Islands werden von bis zu 300 Meter tiefen Gewässern vom nur 8 Kilometer entfernten Festland getrennt. Bei der größten Insel handelt es sich um die etwa 4 km² große Great Island. Die Three Kings Islands, Bereiche um Te Paki und das North Cape stehen übrigens auf der Warteliste, um zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt zu werden.

Surville Cliffs - North Cape: Nördlichster Punkt Neuseelands

Das Cape Reinga ist nicht, wie oftmals angenommen, der nördlichste Punkt Neuseelands. Dieser befindet sich nämlich etwa 30 bis 40 Kilometer weiter östlich an den Surville Cliffs am North Cape. Diese wilde Klippenlandschaft ist über die unbefestigten Straßen Te Hapua Road und Spirits Bay Road (ca. 40 Kilometer) erreichbar. Der letzte Abschnitt ist jedoch nur mit einem Allradfahrzeug zu bewältigen. Zum Befahren dieser abgelegenen Region ist eine offizielle Genehmigung notwendig, da man das Land der Maori betritt.

Cape Reinga Lighthouse: Treffpunkt des Pazifischen Ozeans & der Tasmansee

Vom Parkplatz am Nordende des insgesamt 2.047 Kilometer langen State Highway 1 führt ein befestigter Weg vorbei an tollen Aussichtspunkten zum schönen Cape Reinga Lighthouse (ca. 15 Minuten). Der 165 Meter hoch gelegene Leuchtturm markiert den Treffpunkt der Tasmansee im Westen und des Pazifischen Ozeans im Osten. Von der Plattform am Fuße des Leuchtturms kann man das Geschehen anhand des Gezeitenstroms der Columbia Bank deutlich erkennen. Die aufeinandertreffenden Wassermassen erwecken hier den Eindruck, als würde das Wasser an dieser Stelle kochen. Manchmal bilden sich hier sogar meterhohe Wellen. Auch wenn das Cape Reinga Lighthouse eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region ist, darf man es nicht betreten. Es wurde 1941 gebaut, um das weitere südwestlich gelegene Cape Maria Van Diemen Lighthouse aus dem Jahr 1879 zu ersetzen. Seit 1987 ist der 10 Meter hohe Leuchtturm vollautomatisch und kommt ohne einen Wärter aus, da es von einem Computer in Wellington gesteuert und überwacht wird.

Ninety Mile Beach: Sand, Strand, Dünen & Sandboarding

Der Ninety Mile Beach ist eine weitere Sehenswürdigkeit am Cape Reinga. Er ist in Wirklichkeit 88 Kilometer lang und erstreckt sich von Ahipara am Südende bis zum Scott Point am Nordende. Die beliebtesten Aktivitäten an diesem schier endlosen Strand sind Sonnenbaden, Schwimmen, Angeln und Sand- oder Bodyboarding in den hohen Sanddünen. Außerdem können Surfer hier die ausgezeichneten linksbrechenden Wellen nutzen. Die große Dünenlandschaft wird in der Mitte vom Te Paki Stream (Kauaeparaoa Stream) geteilt, wo sich zugleich das Südende des Te Paki Coastal Tracks (Webseite) befindet (siehe unten). Eine weitere Attraktion am Ninety Mile Beach sind die traumhaften Sonnenuntergänge. Man kann den Strand in Abhängigkeit der Gezeiten sogar mit einem Allradfahrzeug befahren. Jeden März kommen seit 1982 tausende Besucher zum 5-tägigen Schnapper-Angelwettbewerb an den Ninety Mile Beach, um mit etwas Glück einen der hohen Geldpreise zu gewinnen.

Kaitaia: Letzte Einrichtungen auf dem Road Trip zum Cape Reinga

Kaitaia (ca. 6.000 Einwohner) ist nach Kerikeri (ca. 8.000 Einwohner) im Südosten die zweitgrößte Siedlung der Region Far North und der Ausgangsort zum Cape Reinga sowie zum Ninety Mile Beach. Jeden Tag brechen hier zahlreiche Touren in den obersten Norden Neuseelands auf. In Kaitaia hat man zum letzten Mal die Gelegenheit, all seine Vorräte aufzustocken, bevor man in die abgelegene Wildnis fährt. Im Ortszentrum gibt es Supermärkte, Geschäfte für den alltäglichen Bedarf, Tankstellen, Bankfilialen, Restaurants, Cafés, Bars und eine gute Auswahl an Unterkünften. Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Kaitaia ist das Te Ahu Centre (Webseite). In diesem großen multifunktionalen Kulturzentrum befinden sich das offizielle Besucherzentrum der Region Far North, ein Museum, die Stadtbücherei, ein Kino und einige Veranstaltungsräume. Außerdem verfügt der Ort über vier wichtige Maraes der Maori (Karikari, Mangataiore, Oturu und Te Paatu). Sollte man sich etwas länger in Kaitaia aufhalten, kann man einem der beiden nördlichsten Weingüter Neuseelands oder der Imkerei in Awanui einen Besuch abstatten.

Ahipara: Herekino Forest, Surfen & Muscheln sammeln

Die ruhige Ortschaft Ahipara (ca. 1.100 Einwohner) liegt genau am Südende des Ninety Mile Beach und nur 14 Kilometer südwestlich von Kaitaia. Auf dem Weg kommt man am Herekino Forest vorbei, wo man dem leichten Kaitaia Walkway (ca. 4 Kilometer in 1,5 Stunden pro Weg) oder dem anspruchsvollen Herekino Forest Track (ca. 15 Kilometer in 9 Stunden pro Weg) folgen kann. Das verschlafene Küstenörtchen verfügt über einen kleinen Supermarkt mit Tankstelle, ein Restaurant mit Bar, ein Café und ein paar Unterkünfte. Kulturelle Einrichtungen sind das Ahipara Gumfields Historic Reserve und die kleine Kunstgalerie im Roma Marae der Maori. Zum Surfen eigenen sich die linksbrechenden Wellen am Tauroa Point und an der Shipwreck Bay, an der bei Ebbe alte Schiffstrümmern zum Vorschein kommen. Surfboards oder Quad Bikes kann man im Ort ausleihen, und einen Reiterhof gibt es ebenfalls. Eine beliebte Aktivität der Einheimischen ist das Sammeln von schmackhaften Tuatua-Muscheln bei Ebbe.

Te Paki Coastal Track & die besten Wanderungen

Der schöne Te Paki Coastal Track (ca. 48 Kilometer in 3 bis 4 Tagen) ist eine weitere Sehenswürdigkeit am Cape Reinga. Der beliebte Küstenwanderweg verläuft von dem Kapowairua Campsite an der Spirits Bay im Nordosten vorbei am Cape Reinga bis zum Te Paki Stream am Ninety Mile Beach an der Westküste. Er setzt sich aus den folgenden Einzelstrecken zusammen, die teilweise auch separat unternommen werden können: Kapowairua Campsite (Spirit Bay), Pandora Campsite (ca. 9 Kilometer in 3 Stunden), Tapotupotu Bay Campsite (ca. 9 Kilometer in 5,5 Stunden pro Weg), Cape Reinga (ca. 5 Kilometer in 3 Stunden pro Weg), Te Werahi Beach (ca. 2 Kilometer in 45 Minuten pro Weg), Twilight Beach Campsite (ca. 7,25 Kilometer in 3 Stunden pro Weg) und Te Paki Stream (11 Kilometer in 4,5 Stunden pro Weg). Vom Te Paki Stream kann man dem Ninety Mile Beach bis nach Ahipara folgen (ca. 83 Kilometer). Darüber hinaus wäre der Rundweg zwischen dem Twilight Beach und dem Te Werahi Beach empfehlenswert (ca. 16 Kilometer in 4,5 bis 5 Stunden). Der längste Fernwanderweg Neuseelands namens Te Araroa Trail (3.000 Kilometer in 3 bis 6 Monaten / 300 Teilsektionen) beginnt am Cape Reinga und führt bis nach bis Bluff im Süden der Südinsel.

Wichtige Infos & Tipps

Die letzte Tankstellen, Supermärkte etc.

Da das Cape Reinga sehr abgelegen ist und der State Highway 1 erst seit 2010 durchgängig asphaltiert wurde, sollte man sich bei einem längeren Aufenthalt im Vorhinein Gedanken über die letzten Einrichtungen machen. Der beste sowie günstigste Platz zum Tanken und Aufstocken der Vorräte ist Kaitaia, mit dem nördlichsten Besucherzentrum Neuseelands. Die letzte Tankstelle und ein kleines Restaurant wurden an der Abfahrt nach Te Hapua errichtet (ca. 20 Kilometer bis Cape Reinga). Der letzte Supermarkt befindet sich kurz vor Houhora (täglich geöffnet / ca. 70 Kilometer bis Cape Reinga).

Lohnt sich die Reise zum Cape Reinga?

Viele Reisende stellen sich die Frage, ob sich der weite Weg zum Cape Reinga überhaupt lohnt. Von Auckland sind es nämlich auf direkter Strecke fast 430 Kilometer in 6 Stunden reiner Fahrtzeit bis zum Nordkap. In erster Linie hängt die Entscheidung also von der vorhandenen Zeit ab. Wenn man schon bis ans andere Ende der Welt nach Neuseeland gereist ist, so kann man sich bei ausreichender Zeit auch den obersten Norden dieses faszinierenden Landes anschauen. Allerdings lautet hier das Motto: „Der Weg ist das Ziel“. Unterwegs kommt man nämlich an zahlreichen schönen Orten, fast endlos langen Stränden, der Bay of Islands und weiteren tollen Sehenswürdigkeiten vorbei. Außerdem liegt das Cape Reinga inmitten einer faszinierenden, wilden Natur mit malerischen Küstenabschnitten. Allerdings muss letzten Endes natürlich jeder diese Frage für sich selbst beantworten.

Cape Reinga Touren & Aktivitäten

Viele Reisende nehmen an einer geführten Tagestour von Auckland, Paihia, Kerikeri und Kaitaia zum Cape Reinga und zum Ninety Mile Beach teil. Natürlich stehen auch längere Ausflüge zur Auswahl, die auf Wunsch mit verschiedenen Aktivitäten kombiniert werden können. Weiterhin erfreuen sich Off-Road-Safaris mit einem Allradfahrzeug an sehr großer Beliebtheit. Neben Wanderungen sind Wassersportarten wie Schwimmen, Angeln, Surfen, Kajakfahren oder Kitesurfen sehr populär. Mit dem Helikopter oder einem Kleinflugzeug lässt sich die atemberaubende Landschaft auf einem Flug sogar von oben betrachten. In Ahipara und am Ninety Mile Beach kann man zudem reiten, surfen oder ein Quad-Bike anmieten. Kaitaia verfügt über mehrere Golfplätze sowie einen Tennis- und Squash-Club.

Unterkunft

Die meisten Unterkünfte findet man in Kaitaia, wo ein paar kleine B&Bs, mehrere Motels, große Ferienhäuser und ein chices Hostel ansässig sind. In Ahipara gibt es einfache Motels, Hotels mit Meerblick, schöne Lodges, Urlaubshüttchen, einen Campingplatz und einen Holiday Park. Am Ninety Mile Beach wurden ein 4-Sterne-Hotel und ein paar Campingplätze errichtet. Entlang des State Highway 1 in Richtung Cape Reinga findet man weitere Motels, Hotels, Holiday Parks, Lodges und ein Backpacker-Hostel. Freedom Camping ist an der Wohnmobilstation in Kaitaia und im Awanui Park erlaubt. Darüber hinaus hat das DOC (Department of Conservation) 5 Campingplätze eingerichtet. Mit dem Auto sind die Campsites Kopowairua an der Spirits Bay, Tapotupotu an der Tapotupotu Bay und Rarawa Beach an der Ostküste erreichbar. Der Pandora Campsite und der Twilight Campsite sind hingegen nur zu Fuß über den Te Paki Coastal Track oder mit dem Boot zugänglich.

Hinweis: Bei der Unterkunft auf dem Foto handelt es sich um das „Lake Ngatu Lodge B&B“ in Awanui. Das etwa 100 Kilometer südlich des Cape Reinga Lighthouse liegende Bed and Breakfast finden Sie in unserer Angebotssuche.

Klima, Wetter & beste Reisezeit Cape Reinga

Das milde Klima am Cape Reinga ist subtropisch, feucht und maritim. Es gibt kaum Unterschiede zwischen den Jahreszeiten und der Niederschlag beträgt etwa 1.100 Millimeter pro Jahr. Bei den regenreichsten Monaten handelt es sich um den Zeitraum von April bis August. Der Frühling (September bis November / 11 °C bis 18 °C), der Sommer (Dezember bis Februar / 14 °C bis 22 °C), der Herbst (März bis Mai / 13 °C bis 22 °C) und der Winter (Juni bis August / 10 °C bis 16 °C) sind somit alle der besten Reisezeit für das Cape Reinga zuzuordnen.

An- & Weiterreise

An- & Abreise mit dem Auto

Die Anreise mit einem Mietwagen oder einem eigenen Auto ist heutzutage unkompliziert, da der State Highway 1 seit dem Jahr 2010 durchgehend bis zum Cape Reinga Lighthouse asphaltiert wurde. Zu Stoßzeiten kann es auf den Parkplätzen am Leuchtturm allerdings ganz schön voll werden. Auf direkter Strecke sind es von Auckland bis zum Cape Reinga über den State Highway 1 knapp 430 Kilometer (ca. 6 Stunden). Von Kaitaia fährt man etwa 110 Kilometer in 1,5 Stunden bis in den Norden. Ebenfalls ist es von Paihia (ca. 215 Kilometer in 3 Stunden) und Kerikeri (ca. 200 Kilometer in 2,3 Stunden) problemlos möglich, innerhalb von einem Tag zum Cape Reinga und zurückzufahren.

Hinweis: Bei dem Mietfahrzeug auf dem Foto handelt es sich um das Wohnmobil „River“ von Maui, das Sie in unserer Angebotssuche finden und bei uns buchen können.

An- & Abreise mit dem Flugzeug

Der Kaitaia Airport liegt knapp 10 Kilometer (ca. 10 Minuten Fahrtzeit) nordöstlich des Ortszentrums. Sowohl von hier als auch vom weiter entfernten Bay of Islands Airport bei Kerikeri bestehen Direktflugverbindungen mit Auckland. Mit einem Shuttlebus oder einem Taxi (siehe unten) kommt man in die Ortszentren von Kaitaia, Kerikeri und Mangonui sowie zum Cape Reinga.

Nationale Busse

Die Busse von InterCity fahren täglich von Kaitaia nach Kerikeri und zurück. Von Kerikeri erhält man wiederum Anschlussverbindungen nach Auckland und zu weiteren Orten.

Öffentliche Transportmittel / Transport vor Ort

Busse

Für die öffentlichen Transportmittel in der Region Far North ist der Northland Regional Council (Webseite) zuständig. Die verschiedenen Buslinien des sogenannten BusLink operieren innerhalb von beiehungsweise zwischen mehreren Orten, zu denen auch Kaitaia, Kaihoke, Kerikeri, Kawakawa, Paihia, Waitangi und Whangarei gehören. In Zusammenarbeit mit der Organisation CBEC (Community Business and Environment Centre) stellen sie an Wochentagen Verbindungen von Kaitaia nach Mangonui (Osten), Pukenui (Norden) und Ahipara (Westen) her.

Taxis, Privattransfer & Co

Wenn man kein eigenes Auto besitzt, bietet sich das Anmieten eines geeigneten Fahrzeugs bei einer der Autovermietungen im Ortszentrum von Kaitaia an. Alternativ kann man einen Privattransfer oder Gruppentransport der beiden Firmen Kaitaia Taxis (+64 (0) 9 408 1111) und Tuatahi Airport Shuttles (+64 (0) 21 0875 3196) nutzen.

Bildergalerie: Tolle Eindrücke aller Highlights​

Cape Reinga Bildergalerie

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